Von der Notwendigkeit einer gescheit vorbereiteten Krisenkommunikation

 

Wir alle kennen diese Situationen, in denen einem plötzlich der kalte Angstschweiß auf die Stirn tritt und sich der Magen zu einem einzigen, harten Klumpen zusammenkrampft. Nackte Panik macht sich breit und das Gehirn schaltet kurz auf Leerlauf.

 

Zum Beispiel wenn man früher in der Schule im Französischunterricht überraschend aufgerufen wurde, vorlesen sollte und im nächsten Satz eine Jahreszahl stand. Und jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie kämen bei deutlich relevanteren Themen in diese Situation. Zum Beispiel in einem schweren Krisenfall, der potenziell Ihre Firma und Arbeitsplätze bedroht. Hier können Sie sich keine Aussetzer erlauben.

 

Ihr bester Freund: Das Handbuch

 

Gute Vorbereitung auf einen Krisenfall ist das A und O. Und zu der Vorbereitung gehört, dass Sie in einem Handbuch schriftlich festhalten, wie in Ihrem Unternehmen mit Krisenfällen umzugehen ist. Das Handbuch versammelt Informationen zu Ansprechpartnern, Zuständigkeiten, Sprachregelungen und Vorgaben für den Umgang mit Medienanfragen.

 

Außerdem enthält es Checklisten für den Krisenfall, Ablaufpläne, Q & As sowie im Idealfall auch schon einige vorgefertigte Pressemitteilungen. So stellen Sie sicher, dass Sie schnellstmöglich handlungs-und sprechfähig sind. Und das unabhängig davon, wer bei Ihnen gerade vor Ort ist.

 

Spielen Sie alle Möglichkeiten durch!

 

Krisen zeichnen sich nicht nur durch ihr plötzliches Eintreten aus. Manche Situation wird auch erst dadurch krisenhaft, dass keine Strategie zum Umgang mit ihr existiert. Das gilt vor allem für Entwicklungen, die relativ absehbar sind. Daher ist es wichtig, im Vorfeld das eigene Unternehmen genau zu analysieren und eventuelle Krisenszenarien durchzuplanen.

 

Seien Sie dabei auch für Ideen, die Ihnen auf den ersten Blick abwegig erscheinen offen, aber realistisch. Ihre Produktion ist abhängig von einem knappen Rohstoff, der nur aus einem Land exportiert wird? Dann sollten Sie darüber nachdenken, wie Wahlen in diesem Land sich auf Ihren Zugang zu dieser Ressource auswirken können.

 

Ihr Kerngeschäft ist der Tourismus? Erstellen Sie einen zumindest groben Plan, wie Sie auf einen Anschlag reagieren würden. Sie betreiben eine Kiesgrube? Dann können Sie vermutlich auf Pläne für den Fall eines terroristischen Aktes verzichten. Aber was machen Sie denn zum Beispiel, wenn sich die Anwohner über eine geplante Ausweitung Ihrer Nutzungsflächen beschweren?

 

Krisen schon im Vorfeld einhegen

 

Wenn Sie nun ein Handbuch sowie eine Liste mit möglichen, realistischen Szenarien erstellt haben, können Sie einige Krisen möglicherweise auch schon proaktiv abwenden. Um wieder das Beispiel der Kiesgrube heran zu ziehen: Irgendwann werden Ihre Flächen ausgebaggert sein. Eine stetige Erweiterung muss also zwangsläufig erfolgen, wenn Sie nicht den Betrieb einstellen wollen.

 

Planen Sie Ihre Erweiterungen möglichst frühzeitig und treten Sie mit den betroffenen Stakeholdern in den Dialog. Wenn Sie im Vorfeld der Maßnahmen durch gute Kommunikation Verständnis für die Notwendigkeit des Ausbaus schaffen, können Sie im Ernstfall mit weniger Widerstand rechnen.

 

Organisieren Sie Dialogforen, auf denen auch die Bürger und Interessengruppen gehört werden. Bemühen Sie sich dabei um einen ehrlichen Kompromiss. Wenn Sie eine glaubwürdige Dialogplattform erst einmal etabliert haben, haben Sie schon für eine Vielzahl möglicher Vorfälle ein solides Kommunikationsfundament gelegt.

 

Seien Sie vorbereitet!

 

Krisen lassen sich nicht verhindern. Aber Sie können durch gründliche Vorbereitungen dafür sorgen, dass eine einmal eingetretene Krise nicht noch weiter dadurch eskaliert, dass auf Ihrer Seite alle Beteiligten herumrennen wie aufgescheuchte Hühner und niemand weiß, was er zu wem wie sagen darf.

 

Wie schon früher im Französischunterricht gilt: Wer seine Hausaufgaben rechtzeitig macht, kann auch dann sein Wissen abrufen, wenn es plötzlich sein muss. Und dann fällt Ihnen auch wieder ein, dass in dieser possierlichen Sprache das Jahr 1987 als Tausend-Neunhundert-Vier Zwanzige-Siebzehn gelesen wird.

Bonne chance!

Der Beitrag Weniger willkommene Überraschungen erschien zuerst auf vom Hoff Kommunikation GmbH.